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Sozialkassenbeiträge 2016

Der ab 01. Januar 2016 insgesamt an die Sozialkassen der Bauwirtschaft abzuführende Sozialkassenbeitrag für gewerbliche Arbeitnehmer bleibt unverändert bei 20,4 % (West) bzw. 17,2 % (Ost) der Bruttolohnsumme.

Die Zentralen Tarifvertragsparteien des Baugewerbes haben sich am 28. Oktober 2015 über die Höhe und über die Aufteilung des ab 1. Januar 2016 an die Sozialkassen der Bauwirtschaft abzuführenden Sozialkassenbeitrages für gewerbliche Arbeitnehmer geeinigt.

Die Höhe und die Aufteilung des Sozialkassenbeitrages für das kommende Kalenderjahr 2016 sind danach wie folgt festgelegt worden:

Alte BundesländerNeue Bundesländer
14,5 % Urlaub14,5 % Urlaub
2,1 % Berufsbildung2,1 % Berufsbildung
3,8 % ZVK0,6 % ZVK
20,4 % Gesamtbetrag          17,2 % Gesamtbetrag

 

Der Sozialkassenbeitrag bleibt damit in der Summe gegenüber den beiden Vorjahren 2014 und 2015 stabil.

Diese Beitragsfestsetzung ist auf die folgende Entwicklung der Bruttolohnsumme und auf die folgende finanzielle Entwicklung in den Verfahren Urlaub und Berufsbildung sowie der bestehenden Rücklage für zukünftige tarifliche Verpflichtungen zurückzuführen:

Bruttolohnsumme

Der positive Trend hält nach wie vor an. Die Bruttolohnsumme hat sich noch erfreulicher entwickelt als vor einem Jahr angenommen. Im gesamten Bundesgebiet (ohne Berlin) lag die Bruttolohnsumme im Kalenderjahr 2014 bei 14,3 Milliarden Euro. Für das laufende Kalenderjahr 2015 erwartet die SOKA-BAU einen Anstieg der Bruttolohnsumme auf 14,6 Milliarden Euro. Damit wird voraussichtlich ein neuer Höchststand erreicht werden. Bei den Beitragsberechnungen ist für das Kalenderjahr 2016 nur von einem leichten weiteren Anstieg von 1,0 % auf 14,7 Milliarden Euro ausgegangen worden.

Mittelbedarf für den Urlaub

Infolge der Verringerung des zusätzlichen Urlaubsgeldes von 25 % auf 20 % des Urlaubsentgelts für die nach dem 31. Dezember 2015 entstehenden Urlaubsansprüche verringert sich der Mittelbedarf für die Erstattung der Urlaubskosten um 0,6-Prozentpunkte. Da die Rücklage für zukünftige tarifliche Verpflichtungen in dem Urlaubsverfahren am Jahresende 2015 voraussichtlich ca. 23 Mio. Euro betragen wird, konnte der Beitragsanteil für den Urlaub um diese 0,6-Prozentpunkte von 15,1 % auf 14,5 % verringert werden.

Die Aufwendungen für die seit dem Jahre 2013 zu zahlende Mindesturlaubsvergütung stabilisieren sich inzwischen bei ca. 80 Mio. Euro jährlich. Das entspricht 0,55 % der derzeitigen Bruttolohnsumme. Aufwendungen in dieser Größenordnung sind auch bei der Beitragsfestsetzung für das Kalenderjahr 2016 zugrunde gelegt worden.

Mittelbedarf für die Berufsbildung

Obwohl die Lehrlingszahlen im Kalenderjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr im Jahresdurchschnitt leicht zurückgegangen sind (Jahresdurchschnitt 2014: 35.021 Lehrlinge, Jahresdurchschnitt 2015: 34.438 Lehrlinge), steigt der Mittelbedarf für die Erstattung betrieblicher und überbetrieblicher Ausbildungskosten weiter an. Das liegt zum einen an der jährlichen Erhöhung der tariflichen Ausbildungsvergütungen und zum anderen an der Erhöhung der Erstattungssätze für die überbetriebliche Ausbildung, welche mit Wirkung vom 1. Januar 2015 erfolgt ist. Die Gesamtaufwendungen der ULAK für die Berufsbildung werden im Kalenderjahr 2015 voraussichtlich ca. 325 Mio. Euro betragen und im Kalenderjahr 2016 voraussichtlich auf ca. 340 Mio. € ansteigen. Ein Teil dieses Anstieges ist darauf zurückzuführen, dass der ab 1. Januar 2016 zu zahlende ZVK-Beitrag für die Auszubildenden an die Ausbildungsbetriebe zurückerstattet und aus dem Berufsbildungsverfahren finanziert werden soll; allein dafür werden im kommenden Kalenderjahr ca. 8 Mio. Euro benötigt.

Die Rücklage für zukünftige tarifliche Verpflichtungen wird aber am Jahresende 2015 voraussichtlich noch bei ca. 57 Mio. Euro liegen. Bei der erfolgten unveränderten Beitragsfestsetzung auf 2,1 % der Bruttolohnsumme wird sich diese Rücklage bis zum Jahresende 2016 nach heutiger Prognose auf ca. 26 Mio. Euro verringern.

Weder im laufenden Kalenderjahr 2015 noch im kommenden Kalenderjahr 2016 sind dabei die potentiellen Mehreinnahmen durch den Mindestbeitrag für die Berufsbildung berücksichtigt worden.

Beitrag für Angestellte

Der Beitrag für Angestellte beträgt im Kalenderjahr 2016 im Tarifgebiet West 79,50 Euro und im Tarifgebiet Ost 25 Euro. Zum 1. Januar 2018 wird der Beitrag im Tarifgebiet West dann wieder auf die bisherigen 67 Euro abgesenkt.

Beitrag für Auszubildende

Für Auszubildende wird bundeseinheitlich ab 1. Januar 2016 ein ZVK-Beitrag von 20 Euro erhoben, den der einzelne Ausbildungsbetrieb jedoch nicht abführen muss, da er direkt (im Rahmen der Ausbildungskostenerstattung) von der ULAK an die ZVK abgeführt wird.