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Kosten für Bauprozesse sind nicht absetzbar

Die Kosten für einen Bauprozess, in dem es um Baumängel geht, sind steuerlich nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Dies hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 15. Juni 2016 (Az.: VI R 44/15) entschieden.

Klage wegen Baumängeln

Ein steuerpflichtiges Ehepaar hatte einen Bauprozess gegen seinen Architekten wegen gesundheitsschädlicher Schimmelbildung im neugebauten Einfamilienhaus geführt. Die Klage hatte teilweise Erfolg, insoweit wurden die notwendigen Auslagen vom unterlegenen Architekten erstattet. Das Ehepaar streitet nun um den Abzug von zusätzlichen Rechtsanwalts- und Gerichtskosten, die im Rahmen des Prozesses nicht erstattet wurden und ist der Auffassung, diese seien als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzbar.

Anwaltskosten sind nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar

Der Bundesfinanzhof(BFH) stellt zunächst fest, dass den Klägern mit Ihrer Klage, soweit sie Erfolg hatte, Auslagen vom unterlegenen Architekten erstattet wurden. Insoweit fehlt es schon deshalb an einer außergewöhnlichen Belastung. Aber auch die darüber hinaus gehenden Rechtsanwaltskosten sind nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Sie sind entstanden, weil die Kläger den mit der Errichtung eines Neubaus betrauten Architekten auf Schadenersatz wegen fehlerhafter Bauüberwachung in Anspruch genommen haben.

Nach ständiger Rechtsprechung des BFH steht fest, dass Baumängel nicht unüblich sind, daher seien selbst Aufwendungen zur Behebung gesundheitsgefährdeter Baumängel grundsätzlich keine außergewöhnliche Aufwendungen und daher nicht abziehbar. Dies gilt selbst dann, wenn der Prozess um gesundheitsgefährdende Baumängel an einem selbstgenutzten Einfamilienhaus geführt wird.