minimieren
maximieren

Geplante Verschärfung der Staubgrenzwerte

Der Gesetzgeber plant eine Verschärfung des Allgemeinen Staubgrenzwertes hinsichtlich der alveolengängigen Fraktion. Der ZDB hat sich diesbezüglich an das zuständige Bundesministerium und den Ausschuss für Gefahrstoffe gewandt.

Die Schreiben sowie die Pressemitteilung des LBB sind als Anlagen beigefügt. Der LBB appelliert an die Bayerische Staatsregierung, sich für vernünftige und praxisgerechte Lösungen für Baustellen einzusetzen. Wir bitten um Kenntnisnahme. Nachfolgend einige Erläuterungen:

Begrifflichkeiten

Den Massenanteil aller im Atembereich vorhandenen Teilchen, der durch Mund und Nase eingeatmet wird, bezeichnet man als einatembare Fraktion (auch als E-Fraktion oder Gesamtstaub bezeichnet). Während kleinere Partikel (aerodynamischer Durchmesser < 5 µm) fast vollständig eingeatmet werden, nimmt die Inhalierbarkeit zu größeren Partikeln hin ab (nichteinatembarer Anteil). Der E-Staub lässt sich, je nach Ablagerungsort in der Lunge, in weitere Staubfraktionen unterteilen (z.B. alveolengängige Fraktion).

Unter der alveolengängigen Fraktion (auch A-Staub oder Feinstaub genannt) versteht man den Teil des einatembaren Staubes, der so fein ist, dass er bis in die kleinsten Verzweigungen der Lunge, in die Alveolen (Lungenbläschen), vordringen kann. Für diese Teilchen lässt sich keine genaue Größe angeben, sondern lediglich eine Größenverteilung, dessen Bereich in der DIN EN 481 beschrieben ist. Die A-Fraktion stellt somit die Wahrscheinlichkeit dar, mit der Teilchen mit einem bestimmten aerodynamischen Durchmesser in den Alveolen abgeschieden werden. Ein Probenahmegerät für die A-Staubmessung muss daher die gleiche Abscheidecharakteristik aufweisen.

TRGS 900, Scoel und MAK-Kommision

Seit rund 12 Jahren besteht in der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 900 "Arbeitsplatzgrenzwerte" der Eintrag "Allgemeiner Staubgrenzwert, Alveolengängige Fraktion 3 mg/m3, Einatembare Fraktion 10 mg/m3". Der europäische "Wissenschaftliche Ausschuss für Grenzwerte berufsbedingter Exposition" (SCOEL), aber auch das deutsche Pendant, die MAK-Kommission (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration - Kommission) begleiten kontinuierlich und vor allem aber rein wissenschaftlich das Gesamtthema. Die MAK-Kommission ist nunmehr Scoel gefolgt und hat für Deutschland mit dem Eintrag in die "MAK-Liste 2011" für die alveolengängige Fraktion des Allgemeinen Staubgrenzwerts einen MAK-Wert von 3 mg/m3 auf 0,3 ul/m³ bzw. 0,3 mg/m³ (für Stäube der Dichte 1) vorgeschlagen.

Ausschuss für Gefahrstoffe, BMAS - Diskussionsstand

Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS), eine Einrichtung des BMAS, diskutiert derzeit eine Übernahme des Vorschlags der MAK-Kommission, die möglicherweise in die TRGS 900 aufgenommen werden soll. Dabei bittet der AGS seit Mitte März diesen Jahres alle Wirtschaftszweige in diesem Zusammenhang geeignete Expositionsdaten (bevorzugt gemäß Alker M.; Gielen H.-G.; Sonnenschein G.; Pflaumbaum, W.: Aufbereitung von Arbeitsplatzdaten. BArbBl. (2000) Nr. 1, S. 14 – 16) zur Verfügung zu stellen. Die Diskussion zum Thema unter ausschließlicher rein wissenschaftliche Betrachtungsweise lässt derzeit vermuten, dass eine Festsetzung des neuen A-Staub-AGW bei etwa 1,2 mg/m³ im AGS liegen könnte. Betriebe, die diesen Grenzwert nicht einhalten können, aber unter 2 mg/m3 bzw. 3 mg/m3 liegen, sollen ein Maßnahmenkonzept vorlegen, wie sie (ggf. bis 2017) den neuen A-Staub-AGW einhalten werden. Dabei soll zwischen 1,25 und 2 mg/m3 bzw. 3mg/m3 Atemschutz zur Verfügung gestellt werden. Dieses Konzept soll dem AGS zugesendet werden, damit dieser die Branchen in einer Schutzmaßnahmen-TRGS berücksichtigen kann, die auch nach 2017 noch Probleme haben.