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FFN und IG BAU fordern: Zurück zur Meisterpflicht!

Der Fachverband Fliesen und Naturstein (FFN) im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und die IG Bauen-Agrar-Umwelt forderten am 24. März 2017 in einem gemeinsamen Schreiben an die Generalsekretäre der im Bundestag vertretenen Parteien die Wiederaufnahme des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerks in die Anlage A der Handwerksordnung.

Mit der Reform der Handwerksordnung 2003/2004 wurde unter anderem im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk die Meisterpflicht aufgehoben. Durch die Deregulierung erhoffte sich die Politik seinerzeit einen Wachstumsschub für das Handwerk - und nachhaltig mehr Beschäftigung. Jedoch blieben diese positiven Effekte aus.

Massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Zwar stieg nach der Aufhebung der Meisterpflicht die Zahl der Betriebe von 12.401 im Jahr 2004 auf 71.142 im Jahr 2015 stark an, da sich nunmehr jeder ohne Nachweis einer Qualifikation als Fliesenleger selbstständig machen konnte. Dennoch brachen in der Folge die Ausbildungszahlen ein: von 3.029 Auszubildenden (2004) auf 2.209 Auszubildende (2015). Das entspricht einem Rückgang von 27 %. Gleichzeitig sank die Zahl der Meisterprüfungen in diesem Zeitraum von 423 auf nur noch 114 bestandene Prüfungen (-73 %).

Wettbewerbsgleichheit wiederherstellen - auch in Bayern

Viele dieser neu gegründeten Unternehmen sind Ein-Mann-Betriebe und verdingen sich als Scheinselbstständige auf deutschen Baustellen. Aufgrund ihrer Dumpingpreise und dem damit verbundenen Wettbewerbsdruck sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen. Ebenso sind alteingesessene Betriebe vom Markt verschwunden. Um auch nur annähernd die Wettbewerbsgleichheit herzustellen, fordern ZDB und IG BAU, die soziale Absicherung von Solo-Selbstständigen durch Ausweitung der Rentenversicherungspflicht zu verbessern.

Andreas Demharter, Hauptgeschäftsführer des LBB, betont: "Das gemeinsame Schreiben von Baugewerbe und Gewerkschaft begrüßen wir sehr, zumal die Initiative für die Wiedereinführung der Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk maßgeblich in Bayern angestoßen wurde. Tatsächlich sind die Meisterpflicht und die hohe Ausbildungsleistung im Handwerk untrennbar miteinander verbunden. Die erfreulich klare Positionierung der Politik zur Meisterpflicht hat gezeigt, dass sich diese Erkenntnis bereits durchgesetzt hat. Darum heißt es jetzt handeln und die Fehler der Reform von 2003/2004 korrigieren!"

Foto: ZDB